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Marktbeleuchtung

Das Neubeurer Lichterfest

Seit nunmehr über 50 Jahren gehört die Marktbeleuchtung in Neubeuern zu den kulturellen Höhepunkten der traditionellen Veranstaltungen im oberbayerischen Inntal. Der Bekanntheitsgrad des „Lichterfestes“ geht weit über die Landkreisgrenzen hinaus. Für die Vorbereitung und Ausrichtung dieser Großveranstaltung ist die Musikkapelle Neubeuern verantwortlich.Der nächste Termin ist am 23. Juni 2018. Ersatztermin ist der 30. Juni 2018.

Mehrere tausend Kerzen leuchten an den Fensterbrettern und Balkonen der denkmalgeschützten Häuser, dem Beurer Felsen, dem Kopfsteinpflaster im Blumenwinkl und tauchen den historischen Marktplatz bei Einbruch der Dämmerung in diffuses rötlich schimmerndes Licht.

Auf einer Bühne findet ein typisch bayerischer Abend statt. Hierzu gehören Darbietungen der örtlichen Musikkapelle sowie Plattler- und Tanzeinlagen der Trachtenvereine Neu- und Altenbeuern, des Spielmannszugs der Gebirgsschützenkompanie, Alphornbläser, Goaßlschnalzer und weiteren bekannten Gesangs- und Musikgruppen.

Der Geruch von Steckerlfisch, gegrilltem Fleisch, Würstln und anderen Köstlichkeiten durchzieht die laue Sommernacht und unterstreicht die gemütliche Atmosphäre an den zahlreichen Biertischen im gesamten Marktplatz. Die frisch gezapfte Maß bayerischen Bieres und die fröhliche Stimmung versprechen einen unvergesslichen Abend für Jung und Alt.

Der Marktplatz mit bengalischem Feuer beleuchtet Wie alles begann...

Der Ursprung der „Marktbeleuchtung“ könnte auf Juli 1933 zurückgehen. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass der Männerchor Wald aus der Schweiz seinerzeit Neubeuern einen Besuch abstattete. Ihr langjähriger Dirigent Felix Pfirstinger verbrachte seine Jugendzeit in Neubeuern. In der Gemeinde gibt es heute noch den Felix-Pfirstinger-Becher, aus dem bei besonderen Anlässen (z.B. Trauungen) getrunken wird.

Der Ausflug der Schweizer Sänger wurde in vielen Details schriftlich festgehalten. Auszugsweise steht in der Reisebeschreibung folgendes: „Mittlerweile ist die Dämmerung zur Nacht übergegangen. Da flammen Lichter auf, Lichter von ungezählten Kerzen. Die Fenster der Kirche, die Fenster jeden Hauses am Platze sind damit geschmückt; die Gedächtnistafel der im Kriege Gefallenen, das davor liegende Ehrengrab und das große eiserne Kreuz, das sich an dessen Vorderseite befindet, sind von Lichtern umrahmt. Droben auf dem Hügel leuchten Schloss und Römerturm ins Land. So reden und flimmern all die vielen Kerzenlichter und es wird einem warm um’s Herz.

Vielleicht war es eine Inspiration für die gemeinsamen Ausrichter des 30. Gaufestes des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes im Jahre 1951. Dies waren der VTEV „Edelweiß“ Neubeuern und der GTEV „Immergrün“ Altenbeuern. Die Festleitung hatten damals der 1. Vorstand Alois Mayr (Altenbeuern) und der spätere – ebenso unvergessene – 1. Bürgermeister von Neubeuern Michael Schmidl.

Es dauerte viele Jahre, bis wiederum eine Art „Marktbeleuchtung“ veranstaltet wurde. Genau geschah es am Samstag, den 30. Juni 1951. Aus der Einladung der beiden Festvereine an die Trachtenvereine und Ehrengäste geht hervor, dass um 19 Uhr ein Standkonzert am Marktplatz stattfand. Um 19.30 Uhr wird ein „Großer Heimatabend mit Marktbeleuchtung und Feuerwerk“ veranstaltet.

Aus Trachtlerkreisen wurde angedacht, die Marktbeleuchtung alle 5 Jahre durchzuführen. Dazu kam es aber nicht. In den 50iger Jahren wurde die Marktbeleuchtung in unregelmäßigen Abständen von einer Privatperson mit jeweils ca. 600 Kerzen organisiert. Es fand im Marktplatz ein Standkonzert statt und die Plattlergruppe durfte ihre Auftritte noch ohne Bühne auf der Straße verrichten.

Huber Reischl - Bildmitte

Toni Ernst vom Burgdacherl machte sich Anfang der 60iger Jahre stark für eine „Illumination“. Diese sollte in den Monaten Juli und August alle 14 Tage durchgeführt werden. Ab 1964 wurde die Veranstaltung formell durch den Verkehrsverein Neubeuern übernommen und zunächst noch im kleineren Rahmen durchgeführt.

Bemerkenswert ist, dass Hubert Reischl, seit 1964 1. Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins, mit unermüdlichen persönlichen Einsatz sowie der ständigen Ungewissheit des Wetters am Veranstaltungstag von 1964 bis 1993 die Veranstaltungsleitung innehatte.

Freilich gab es hinsichtlich der Programmgestaltung des „Alpinen Abends“ im Laufe der Zeit unterschiedliche Schwerpunkte, um die „Anziehungskraft“ der Marktbeleuchtung beizubehalten. Seit mehreren Jahren bestreiten das offizielle Programm des Abends überwiegend einheimische oder aus der näheren Umgebung stammende Mitwirkende. Ziel des Veranstalters war und ist es unter anderem, den vielen Besuchern – besonders den „Fremden“ - einen Einblick in das bayerische Brauchtum zu geben. Dazu trägt auch der Ansager bei, der die Mitwirkenden vorstellt und zu den Darbietungen Hintergrundinformationen gibt. 19 Jahre war dies in bewährter Weise Hans Heibl. Seit 2005 hat diese Aufgabe und das Organisieren der Mitwirkenden Konrad Stuffer jun. übernommen.