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Archiv Aktuelles aus dem Rathaus

14.06.2021

Rupert Hamberger verstorben

Die Familie, der Trachtenverein Immergrün Altenbeuern und die Trachtenvereine von Neubeuern, Rohrdorf, Roßholzen, die Pinswanger Dorfgemeinschaft, Freunde und Weggefährten nahmen bei einer bewegenden Trauerfeier, die nach den Coronavorschriften vor dem Leichenhaus am Friedhof gehalten werden konnte, Abschied von Rupert Hamberger, „Kemata Bert“ von Pinswang.

Der Ehrenvorsitzende des Trachtenvereins Immergrün Altenbeuern war über Jahrzehnte tragender Teil des Vereins. Ein Leben für die Tracht, für Brauchtum und Tradition fand im Kreis seiner Familie, dessen starker Bezugspunkt er war, sein wohlversorgtes Ende. Nach dem Tod seiner Frau Maria im vergangenen Jahr ließ seine Lebenskraft nach.

Der stets umtriebige und schaffende Mitbürger erfreute sich aufgrund seiner Zuverlässigkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft großer Beliebtheit. Handwerkliches Geschick als gelernter Maurer (diesen Beruf erlernte er nach der Schulzeit in Neubeuern) zeichneten ihn aus. Wer um einen Gefallen bat, konnte sicher sein, der Bert hilft schon.

Nach der Übernahme des elterlichen Hofes war er Landwirt aus Berufung. Das Leben mit der Natur und Schöpfung prägte seinen Lebensplan. Der Ausbau des Anwesens, um zeitgerecht wirtschaften zu können, war ihm wichtig. Dem Trachtenverein Immergrün Altenbeuern galt von Jugend an sein Engagement. Als Plattler begann sein Wirken im Verein; er war Vorstandstellvertreter, Jugendleiter und Vereinsvorstand. Als einer der ersten im Trachtengau verstand es Hamberger Jugendarbeit zu entwickeln, Buben und Dirndl für die Trachtensache zu gewinnen. Die Stärke des heutigen Vereins ist auf diese Jugendarbeit, welche auch nach seiner Jugendleiterzeit fortgesetzt wurde, begründet. Vorstand Peter Bichler berichtete aus dem großen Erfahrungsschatz und seiner Jugendzeit, die vom Bert geprägt war. „Wenn ma koan Platz ghabt ham`, war die Plattlerprob` im Hausgang, wusste der heutige Vorstand zu berichten”.

18 Jahre führte Hamberger den Verein, zeichnete verantwortlich für große Feste. Er leistete viele handwerkliche Arbeiten wie z. B. im Bürgl, wo das jährliche Waldfest stattfindet oder bei den Vorbereitungen der Festwägen. Die begrenzten Räumlichkeiten weckten beim Bert das Bestreben nach einem eigenen Vereinsheim; dieses Ziel verfolgte er mit großem Eifer. Die Verhandlungen mit der Gemeinde, der finanzielle Rahmen, die zu verrichtenden Arbeiten: er stemmte es, wohlwissend auf die tatkräftige Mithilfe und Unterstützung vieler Vereinskameraden. So wurde aus dem alten Feuerwehrhaus der ehemaligen Gemeinde Altenbeuern das Trachtenheim, das man heute gemeinsam mit den Schützen nutzt. Der Bert war dabei und verstand es andere zu begeistern.  Und wenn es „brannte“, wenn man schnell einen Musiker für eine Plattlerprobe oder ein geselliges Treffen brauchte, war der Bert ebenfalls sofort zur Stelle.

Zum Festjahr der Gemeinde im Jahr 1988 wurde auf sein Bestreben in Altenbeuern wieder ein Maibaum aufgestellt.  Seine Heimatverbundenheit bekundete er auch als Gründungsmitglied der Gebirgsschützenkompanie; beim Spielmannszug schlug er die Landsknechttrommel. Kein Ausrücktermin, den der Bert verstreichen ließ – außer es galt den Trachtenverein zu vertreten. Hauptmann Sepp Stadler konnte auf die handwerkliche Hilfe von Hamberger zählen, als die Kompanie das „Salzburger Tor“ zum Marktplatz oder die Ölberg-Kapelle unweit der Grabstelle des Verstorbenen renovierte. Ein Ehrensalut galt dem zuverlässigen Schützenkameraden.

Die Marktgemeinde Neubeuern ehrte das beispielgebende Gestalten von Hamberger für seine Vereine, seine Mithilfe in der Dorfgemeinschaft, sein Wirken auch über die Gemeindegrenzen hinaus  mit dem Bürgerbrief der Markgemeinde. Bürgermeister Christoph Schneider zeigte sich beeindruckt von der Lebensleistung, welche aus dieser Generation entstammt und die den Jüngeren als Vorbild dient.

Ihre Verbundenheit mit dem Verstorbenen drückten auch die Mitgliedschaften des CSU Ortsverbandes, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und der Feuerwehr aus.
Für viele gesellige Treffen im Gemeindebereich, bei Ausflügen, Besichtigungen der KAB oder der Senioren fanden das Ehepaar nach Hambergers stetigem weiteren Rückzug aus den Aktivitäten für die Vereine nun mehr Zeit. Im Jahr 2013 konnten Sie das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Solange es ihnen möglich war, waren beide zudem noch in die Arbeiten am Hof eingebunden.
Der sonntägliche Kirchgang war für die Eheleute Hamberger nicht Pflicht, sondern Bekenntnis zum Glauben. Und wenn es galt, jemanden auf dem letzten Erdenweg zu begleiten, war der Bert sicher zur Stelle. Pfarrer Christoph Rudolph, der die Gebete der Kirche sprach, nahm das Wort der Lesung „liebt einander“ als Grundlage des Lebensweges von Hamberger.

Die Liebe zur Familie, zu seinem Umkreis und zur Glaubensgemeinschaft der Kirche waren Hambergers Lebensinhalt. Die Fahnenabordnungen seines Verein, der Patenvereine aus Rohrdorf, Neubeuern und Roßholzen, der KAB, der Gebirgsschützenkompanie und der Freiwilligen Feuerwehr neigten die Fahnen über dem offenen Grab und legten Kranzgebinde nieder. Als die Musikanten dem „Bert“ seinen Lieblingsmarsch „Mein Heimatland“ anstimmten, wurden Erinnerungen an Festzüge und Feierlichkeiten wach, als der Bert dem Verein voranmarschierte.

Wir werden dem Verstorbenen stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Seiner Familie gilt unsere aufrichtige Anteilnahme.

 

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